Natürlich nicht, weil ich mich unsterblich in das Land verliebt habe, aus dem das T-Shirt kommt, sondern weil ich es trotz aller Bemühungen beim türkischen Zoll einfach nicht in die Hände bekomme und wegen der ganzen Absurditäten, die ich dabei erlebt habe!
Ich bin kurz davor, den Verstand zu verlieren, so ein Unsinn gibt es nicht.
Am 26. Juli 2025 habe ich auf ETSY.com zwei „Deutschland“-T-Shirts ausgewählt und bestellt. Eines für mich, das andere für meinen Neffen. Beide zusammen kosteten €48,40, mit einem Rabatt von €14,55 fielen sie auf €33,94. Für den Versand habe ich €9,77 bezahlt, insgesamt also €43,71.

Nach der „genialen“ Lösung unserer hochverehrten(!) Regierung, „den Abfluss von Devisen aus dem Land zu verhindern“, wurde für Waren aus dem Ausland, deren Wert über €30 liegt, die Pflicht zur Abgabe einer Zollanmeldung eingeführt. Diese Grenze lag früher bei €150, und Kosten wie Fracht und Versicherung waren darin nicht enthalten.
Der Beginn der Geschichte geht auf letzte Woche zurück; ich war zu Hause, beschäftigte mich mit meinen Sachen, da klingelte es an der Tür. Der Postbote kam mit einem Zettel und fragte mich: „Sie haben ein Telegramm, können Sie mir bitte Ihre Identitätsnummer geben?“ Während ich mir dachte „Wurde das Telegramm nicht schon vor zwei Jahrhunderten abgeschafft?“, gab ich dem Postboten die gewünschte Information und er ging wieder. Das Schriftstück war folgendes:

Der Postbote kam am 12. August 2025 und übergab mir dieses Dokument. Da dort stand, dass die Sendung 7 Tage im Zentrum aufbewahrt wird, dachte ich mir, dass ich ab dem 12. bis zum 19. Zeit hätte, und plante dementsprechend. Am Freitag, den 15. August, ging ich zu der angegebenen Adresse in der Hoffnung, mein Paket abzuholen.
Wenn man in der Türkei lebt, sollte man ohnehin nicht zu hoffnungsvoll sein. Wie Nietzche einmal sagte: „Hoffnung ist in Wirklichkeit das übelste der Übel, weil sie die Qual des Menschen verlängert.“
Ich ging zur zuständigen Stelle, reichte den Zettel und meinen Ausweis ein, und der Beamte sagte:
„Ihr Paket ist am 6. August bei uns eingetroffen, hat hier 7 Tage gewartet und wurde gestern, am 14. August, zum Rückversand verladen. Ich habe nachgesehen, im Moment befindet sie sich noch am Flughafen. Wenn Sie möchten, schreiben Sie einen Antrag, vielleicht ist das Flugzeug noch nicht gestartet und wir können Ihr Paket zurückholen.“
Daraufhin sagte ich: „Aber der Postbote hat mir das Dokument erst am 12. August 2025 gebracht, also genau 6 Tage nach dem Tag, an dem das Paket laut Ihrer Aussage bei Ihnen eingetroffen ist. Der Postbote hat es mir also viel zu spät zugestellt, und ich habe deshalb die 7 Tage so berechnet.“
Der Beamte erwiderte: „Diese 7 Tage beginnen mit dem Tag, an dem das Paket bei uns ankommt, nicht mit dem Tag, an dem der Postbote es Ihnen übergibt. Sie hätten früher kommen müssen!“
Ich werde verrückt. Weder steht das klar im Dokument, noch hat der Postbote seine Arbeit rechtzeitig gemacht. Ich war frustriert, gab die Petition ab und ging. Zusatzinfo: Die Strecke zwischen dieser Zollstelle und meiner Wohnung beträgt genau 40,2 km. Hin und zurück also 80,4 km, zweimal die Brücke bezahlt, einmal hin, einmal zurück. All das rechne ich im Kopf schon zu den T-Shirt-Kosten hinzu.
Einige Tage später kam der Postbote wieder und brachte wieder ein „Telegramm“. Ich sah, es war dasselbe Dokument. Da verstand ich, dass meine T-Shirts doch nicht nach North Carolina in die USA zurückgeschickt worden waren! Und diesmal hatte der Postbote auch schnell gearbeitet. Am Montag, den 18. August, bekam ich das neue Dokument. Am nächsten Tag rief mich eine nicht registrierte Handynummer an, eine Frau vom Zoll sagte: „Ihre Sendung ist wieder in unsere Abteilung zurückgekommen, Sie müssen sie innerhalb von 7 Tagen abholen.“ Ich sagte „so schnell wie möglich“ und plante entsprechend.
Kommen wir nun zu heute; ja, heute ist Mittwoch, der 20. August 2025, und ich bin wieder in mein Auto gestiegen und die 40,2 km zur Zollstelle gefahren. Wie beim letzten Mal reichte ich dem Beamten am selben Schalter das vom Postboten erhaltene Dokument und meinen Ausweis. „Abi, warte drinnen, man wird dich rufen“, sagte er. Dass der Beamte mich statt „Herr XY“ nur noch „Abi“ (Bruder) nennt, wunderte mich schon nicht mehr – was ist in meinem Land denn überhaupt noch nicht absurd?!
Ich ging also in den genannten Saal und wartete. Währenddessen betrachtete ich die mit Paketband an die Wand geklebten, den Anstrich beschädigenden Poster, die qualitativ minderwertige türkische Flagge und die patriotischen Parolen, die offensichtlich von den Mitarbeitern aus eigener Tasche auf billigem Druckerpapier ausgedruckt worden waren, weil das Budget dafür nicht ausreichte – und ich ärgerte mich über den Zustand eines so wichtigen öffentlichen Amtes wie des Zolls.
Nach etwa 10 Minuten fragte mich jemand, der vorbeiging: „Warum warten Sie hier?“ Ich erklärte, dass der Beamte am Eingang gesagt hatte, ich solle hier warten. „Warten Sie hier nicht, gehen Sie rechts rein, dort sollen Sie warten“, sagte er, aber er gab nicht klar an, welches „rechts“ er meinte. Als ich mich umdrehte, um nachzufragen, war er schon verschwunden. Ich nahm die erste Tür rechts; dort stand „Zollprüfraum“ und drinnen saßen mehrere „Beamte“ in T-Shirts, denen man ansah, dass sie seit Tagen weder gebügelt noch gewaschen worden waren. Mit einem äußerst höflichen(!) Ton fragten sie mich, warum ich dort sei. Ich erklärte mein Anliegen. „Warten Sie draußen, wir werden Sie aufrufen!“ sagte einer von ihnen. Über der Eingangstür hatten sie einen billigen, offensichtlich chinesischen Lautsprecher angebracht, und man sollte die krächzende Stimme verfolgen, um zu hören, wen sie aufrief.
Mein Name wurde aufgerufen, ich ging hinein. Der Beamte sagte: „Da der Wert Ihres Pakets über 30 EUR liegt, muss eine Zollanmeldung abgegeben werden. Sie können sich an den Zollagenten nebenan wenden.“ Und es war offensichtlich, dass er einen Vorteil davon hatte, mich dorthin zu schicken. Da ich Steuerberater bin und weiß, wie man eine „Steuererklärung“ ausfüllt, sagte ich, dass ich die Anmeldung selbst machen könne. Damit hatte der Beamte nicht gerechnet, und er sagte: „Fügen Sie auch die Rechnung der Ware bei.“ Das Problem war, dass es bei ETSY keine Rechnung gab, nur eine Quittung (Receipt). Also sagte ich dem Beamten: „Es gibt keine Rechnung, der Verkäufer hat keine Rechnung, sondern eine Quittung ausgestellt, die habe ich, und außerdem einen Zahlungsnachweis von der Bank.“ Der Beamte, der dies hörte, reagierte wie ein siegreicher Kommandant: „Ohne Rechnung geht es nicht.“ Ich versuchte zu erklären, dass der Verkäufer keine Rechnung, sondern eine Quittung ausgestellt hatte, aber er hörte nicht zu. Er sagte, wenn ich einen bekannten Zollagenten hätte, könne dieser mir helfen; dabei wusste er genau, dass ich so jemanden nicht hatte. Ich ging also zu dem Zollagenten im Nachbarbüro, zu dem er mich geschickt hatte. Nach kurzem Warten erfuhr ich, dass allein für das Ausfüllen der Zollanmeldung 3.480 TL (etwa €72) verlangt wurden! Ja, meine beiden T-Shirts kamen für €43 aus North Carolina nach Istanbul, aber am Zoll sollte ich €72 nur für die Anmeldung zahlen – plus meine Fahrtkosten.
Ich ging zurück in den Zollprüfraum zu dem Beamten, mit dem ich gesprochen hatte, und sagte ihm, wie viel der Zollagent für die Anmeldung wollte. Sie sagten, sie könnten nichts tun und das Paket würde in diesem Fall an den Verkäufer zurückgeschickt.
Ich will es nicht länger ausführen. Ich ging raus, setzte mich in mein Auto und fuhr fluchend zurück.
Ja, ich kann nicht einmal zwei T-Shirts aus dem Ausland kaufen und verschenken.
Ich liebe Deutschland. Ich liebe Europa. Ich liebe die Zivilisation.
Und ich verfluche den Nahen Osten, diese Kultur, diese Stammesgesellschaft und diese Regierung!
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